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Ausstellungseröffnung |
Herr Lauinger (rechts) im Gespräch mit Gästen
Ausstellung im Hessenkolleg
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Herr Starzacher |
Frau Streubel- Piepkorn |
Frau Vasil |
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| Wie Fakten Schicksale verbergen Etwa 140 Gäste kamen am Mittwoch zur Eröffnung in die Alte
Aula Obertorstraße. Unter ihnen Wolfgang Lauinger, Sohn eines Opfers
(Artur Lauinger), dessen Schicksal auch beleuchtet wird. Der 1. September
ist ein Tag der Erinnerung, denn am 1. September 1939 begann der Zweite
Weltkrieg, sagte Christel Streubel-Piepkorn (Leiterin des Hessenkollegs),
ein rassistischer Krieg, der letztlich das Todesurteil bedeutete für
Europas Juden. Der "legalen" Ausgrenzung folgten Enteignung,
Deportation, Vernichtung, ermöglicht durch den immer und überall
präsenten Rassegedanken, was letztlich dazu führte, dass Nachbarn
von der Versteigerung jüdischer Haushalte profitierten. Oberbürgermeister
Wolfram Dette (FDP) erachtete es als immer neue Aufgabe, Geschichte erfahrbar
zu machen, Vergangenheit aufzuarbeiten, um dies als Basis zu nutzen für
heutiges Handeln. Die Ausstellung zeige, was hinter abstrakten Gesetzen
stehe und welche Folgen missbräuchliche gesetzliche Autorität
haben könne. Landrat Dr. Karl Ihmels (SPD) erkannte, dass trotz aller
Aufarbeitung der NS-Zeit die inhaltliche Auseinandersetzung noch nicht
abgeschlossen sei, denn noch sei Antisemitismus verbreitet. ...........
.......Ihmels plädiert dafür, aus dem Wechselverhältnis
zwischen Geschichte und aktueller Selbsteinschätzung ein vernünftiges
Gemeinwesen zu entwickeln für ein gutes Miteinander aller. Dr. Thomas
Wurzel (Geschäftsführer Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen)
ging auf die gesetzlichen Grundlagen der Ausgrenzung von Juden seit Januar
1933 ein und erläuterte, wie Fakten und Zahlen Menschenschicksale
verbergen, welche Auswirkungen ein "unspektakuläres" Handeln
wie die juristische Ausplünderung der Juden haben kann, wenn es eine
hörige Obrigkeit und willige Helfer gibt: "Viele Mitläufer
ergeben eine Mittäterschaft". Karl Starzacher, hessischer Finanzminister
a. D., hatte sich 1998 des Themas und der Akten angenommen, und ist eine
Art Geburtshelfer dieser Ausstellung. Er erinnerte an die Suche nach den
Akten der Reichsfinanzverwaltung. Ziele waren zum einen die Aufarbeitung
dieses fiskalischen Aspektes des Holocaust. Zum anderen sollte durch die
Aufarbeitung wiederum verhindert werden, dass das Steuergeheimnis einer
Wiedergutmachung entgegensteht. Die Dokumente belegen, so Starzacher,
dass Vertreibung und Ausplünderung viele Helfer brauchte und hatte,
dass Nachbarn, Speditionen, Auktionshäuser sich um das Hab und Gut
bemühten. Und es sei bedrückend zu erkennen, dass niemand fragte,
warum Juden, die doch angeblich nur nach Theresienstadt umsiedeln sollten,
keine Wäsche, keine Möbel mehr brauchten. Erschreckend sei auch
die "Kontinuität der Verwaltung": Beamte, die aktiv an
der Versteigerung jüdischen Eigentums teilnahmen, entschieden später
über eine Wiedergutmachung . . . Starzacher wünschte sich, dass
die Ausstellung Betroffenheit auslöst und dass diese Betroffenheit
zu einem offenen und ehrlichen Umgang mit der Geschichte führt und
zwar in allen Generationen. Auszug aus einem Artikel der WNZ von Gert Heiland |
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