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Sonntag, 6. Mai 2007

Hessenkolleg mit Kunstdrucken auf Büttenpapier am „Tag der Literatur“ vertreten

 

 

Am Sonntag, dem 6. Mai 2007, wurde in mehreren hessischen Städten „Ein Tag für die Literatur“ begangen. J.W. Goethe, das literarische Schwergewicht aus dem Land der Dichter und Denker, wurde bekanntlich durch seinen Wetzlar-Aufenthalt im Sommer des Jahres 1772 zu seinem Erfolgsroman „Die Leiden des jungen Werthers“ angeregt. Zudem gibt es in der Dom- und Goethestadt Wetzlar seit geraumer Zeit ein „Zentrum für Literatur“. Insofern war es eine ehrenvolle Verpflichtung für viele Wetzlarer Schulen und Kulturinitiativen, diesen Tag sturm- und drangvoll der Literatur zu widmen.: Aufführungen, Lesungen, Ausstellungen, Stadtführungen und kulinarische Reminiszenzen an die Goethezeit prägten für einen Tag das Bild der Wetzlarer Altstadt.

Studierende des Hessenkollegs waren – gemeinsam mit ihren Deutschlehrern – am Eingang des Lottehofes mit einem Stand präsent. Interessierten Passanten und Literaturliebhabern wurden selbst gefertigte Exemplare von Goethes „Tagebuch“-Poem angeboten. Die mit Linoldruck-Technik angefertigten Illustrationen dazu waren überwiegend bereits im Vorfeld erstellt worden: Im Rahmen eines Kunst-Projektes und einer Lehrerfortbildung sind Studierende und Lehrkräfte von Kunst-Lehrerin Astrid Werner-Löfflat (Leun) in die Technik des Linol-Druckes eingeführt worden. Die entsprechende Druckpresse – vom Förderkreis Hessenkolleg für die Schulgemeinde angeschafft – bildete den Blick-Fang des HKW-Infostandes. Ein eigens dafür entfalteter Sonnenschirm musste die frischen Drucke vor herab fallenden Kastanienblüten bewahren. Ausgewählte „Werther“-Zitate (etwa: „Welch wunderbare Heiterkeit hat meine ganze Seele eingenommen“) wurden – zusammen mit anderen Bonmots von Altmeister Goethe – auf edlem Büttenpapier gedruckt und mit verschieden-farbigen Bildmotiven versehen. „Ein ideales Geschenk für besondere Anlässe“, meinten nicht wenige Besucher. Für den „kleinen Hunger“ zu Tee oder Kaffee gab's „Goethe-Plätzchen“. Das Konterfei des bezopften Musensohns wurde mit Backschablonen aus Weimar – ein Mitbringsel von der letzten Projektwoche – von Deutschlehrer Frank Becker hergestellt. Björn Schneider, angehender Abiturient vom Lehrgang 37, hatte einen Linol-Rohling und geeignete Schnitzwerkzeuge mitgebracht und konnte gegen 17 Uhr ‚seinen' Goethe-Kopf erstmals in Druck geben.

Allen, die an dieser Verbindung von Kunst und Literatur teilgenommen haben, hat dieses Projekt viel Freude gemacht. Dr. Wilhelm Wöllert, der dem Infostand als Vertreter der Schulleitung eines Besuch abstattete, war sichtlich stolz auf „seine Leute“; hatten sie doch auf diese Weise zum Gelingen des „Hessischen Literaturtages“ beigetragen und die ästhetische Erziehung - sonst am Kolleg eher stiefmütterlich behandelt – auf originelle Weise fortentwickelt.