Grüße von den Partnerschulen in Schweden, Spanien und Rumänien

Europatag am Hessenkolleg Wetzlar

Dienstag, 3.5. 2005 ab 11:40 Uhr

Frau Vasil, Stadtbibliothek Wetzlar

Herr Karaaslan, Vorsitzender des Ausländerbeirats der Stadt Wetzlar

Herr Allonas

 

Herr Kräuter, Dezernent

 

Die Flagge der Europäischen Union prangte für einen Tag an den Klassenräumen des Wetzlarer Hessenkollegs. Statt des normalen Unterrichts gab es – ab 11:40 Uhr – zahlreiche Aktivitäten im Rahmen eines „Europatages“.
Das musikalische Entree gestaltete Hessenkollegiat Michael Kübler (Solms) mit einer Klavier-Interpretation der Europa-Hymne. Marion Vasil, Beschäftigte der Wetzlarer Stadtbibliothek, las im Anschluss ein georgisches Märchen vor. Schulleiterin Christel Streubel-Piepkorn begrüßte die Anwesenden und hieß besonders eine 45-köpfige Delegation vom Partnerkolleg in Ilmenau willkommen. Ihr Stellvertreter Dr. Wilhelm Wöllert erwähnte in seiner Ansprache die gemeinsame europäische Währung, europaweite Standards bei Hochschulabschlüssen (Bachelor und Master), den gelungenen Jungfernflug des Airbus 380 sowie die europaweit gültigen Feinstaub-Richtlinien als Beispiele für eine fortschreitende europäische Integration. Gerade weil es vielfach Vorbehalte gegen „Europa“ gebe, sei es die Aufgabe öffentlicher Bildungseinrichtungen, hier informativ und aufklärerisch Einfluss zu nehmen.
Dr. Wöllert verwies auf zahlreiche „Comenius“-Schulpartnerschaftsaktivitäten in den vergangenen 6 Jahren und zitierte aus Grußadressen der spanischen, schwedischen und rumänischen Partnerschulen des Hessenkollegs.
Nach Liedvorträgen der aus Griechenland stammenden Kollegiatin Johanna Karafoulidis suchten die Studierenden verschiedene Gesprächskreise auf, beteiligten sich an Quizrunden zu „Europa“ und „Thüringen“, studierten Tango-Tänze ein oder sprachen türkischen Gebäck-Spezialitäten zu, die ihre Kommilitonin Ninve Turgay zubereitet hatte. Im „Literaturcafé“ wurden literarische Texte mit Europa-Bezug in englischer, französischer und deutscher Sprache vorgetragen.
Claude Allonas (65), seit 30 Jahren in Wetzlar lebender Franzose, verdeutlichte den jungen Erwachsenen am Beispiel seiner Übersetzer-Tätigkeit bei der Firma Leica die Bedeutung von Sprachkompetenz in einer globalisierten Wirtschaft. Ali Karaaslan, Vorsitzender des Wetzlarer Ausländerbeirates, gab in einer anderen Gesprächsrunde Auskunft über die Lebenswirklichkeit der nichtdeutschen Bevölkerung und die auf Integration abzielenden Aktivitäten des Ausländerbeirates.
Den Auftakt der Plenumsveranstaltung am Nachmittag bildete die Ansprache des im Wetzlarer Magistrat für Städtepartnerschaften zuständigen Dezernenten Karlheinz Kräuter. Der ließ die Ende der 50er Jahre mit Avignon begonnenen Partnerschafts-aktivitäten Revue passieren und verwies auf europaweit 6000 kommunale Städtepartnerschaften: „Dass ein vereintes Europa heute weithin als Selbstverständlichkeit erlebt wird, ist vor allem solchen Foren der Begegnung von Mensch zu Mensch zu verdanken.“ Kräuter lobte das Hessenkolleg für sein Europa-Engagement und gab – mit Blick auf hierzu in mehreren Ländern demnächst anstehende Volksabstimmungen – seiner Hoffnung Ausdruck, dass „die vorgesehene gesamteuropäische Verfassung nicht "floppt’".In einer künftigen Phase der europäischen Integration gelte es, Brücken zu den Städten und Gemeinden Mittel-Osteuropas zu errichten.
Einen Quiz-Wettstreit zwischen Ilmenau-Kolleg und Hessenkolleg entschieden die Thüringer Gäste knapp für sich. Dass die jungen Erwachsenen aus Ilmenau mit der Frage nach dem „Jakobsweg“ nichts anzufangen wussten, führten deren Lehrer auf „mangelnde religiöse Prägungen“ im Osten Deutschlands zurück.
Den Abschluss des vielfältigen Programms zum Europatag bildeten irische Folksongs, die eine 4-köpfige Gruppe um den Hessenkollegiaten Ruben Seibert vortrug.

Klaus Petri

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