COMENIUS Schulentwicklungsprojekt

"Learning to learn - new approaches to effective teaching and learning; methods for student-centred education"

Erstes Projekttreffen in Wetzlar vom 6. bis 13. 10. 2005 mit 16 Teilnehmern der vier Partnerschulen

Empfang im Hessenkolleg durch die Schulleiterin Frau Streubel-Piepkorn

Der 1592 im südmährischen Nivnice geborene evangelische Theologe Johann Amos Comenius war zu seiner Zeit ein Weg weisender Pädagoge, der in ganz Europa sein Konzept allgemeiner Volksbildung umzusetzen versuchte. Zeitweilig lehrte er auch an der Hohen Schule in Herborn.
Die Schöpfung verstand er als Weltgeschichte, an der der Mensch im Auftrag Gottes mitwirken sollte. Dafür bedürfe es einer universalen Bildung, die allen Menschen gleichermaßen offen zu stehen habe. Spracherziehung sollte sich dabei immer auf Sachinhalte beziehen („verba et res“), der Unterrichtsprozess müsse eher dem Spielen als dem Arbeiten verwandt sein.
In Erinnerung an diesen Pionier der europäischen Aufklärung nennen sich die von der EU geförderten Schulpartnerschaftsaktivitäten „Comenius-Projekte“. Sie werden über einen Zeitraum von drei Jahren von mindestens drei Partnerschulen aus verschiedenen europäischen Ländern durchgeführt. Das Wetzlarer Hessenkolleg hatte sich vor einem Jahr in der rumänischen Stadt Ploiesti mit Schulen aus Bulgarien, Griechenland, Rumänien und der Türkei auf ein Projekt mit dem Arbeitstitel „Neue Methoden effektiven Lernens und Unterrichtens“ verständigt. Eine Woche lang wurde diese Verabredung jetzt ganz praktisch in den Räumen des Hessenkollegs in der Brühlsbachstraße unter Einbeziehung der internationalen Gäste umgesetzt. Statt des Lehrer zentrierten Frontalunterrichts, der in vielen Ländern Europas noch allgemeiner Standard ist, dominierten vielerlei Varianten von Gruppenarbeit und selbstentdeckendem Lernen das Unterrichtsgeschehen. Englischlehrer Hans Peter Osterhold hatte die Texte und Materialien zu den am Kolleg schon länger praktizierten Methodentrainings (zu: „Lerntechniken“, „Kommunikation“, „Gruppe“) ins Englische übersetzt, so dass die auswärtigen Gäste nach Bedarf die „Expertenmethode“, das „Kugellager“, die „Karikaturen-Ralleye“ oder das „stille Schreibgespräch“ an der eigenen Schule einsetzen können. Die Unterrichtserfahrungen vom Vormittag wurden nachmittags gemeinsam ausgewertet und um praktische Übungen ergänzt. Entsprechend der „Expertenmethode“ waren z. B von den 16 Lehrkräften Kenntnisse über die Ausflugsziele dieser Woche – Gießen, Marburg, Rüdesheim und Frankfurt – arbeitsteilig zu recherchieren und den anderen Expertengruppen angemessen zu vermitteln. Kostas Chatziarapis, Informatiklehrer an einer Techniker-Fachschule in Thessaloniki, verdeutlichte zusammen mit seinen Kolleginnen Marilena Karolidou und Panagiota Tsouga, wie an ihrer Schule mit gemeinsamem Sprechgesang und Kreisspielen Teamgeist und eine disziplinierte Arbeitsatmosphäre hergestellt wird.
Dydem Öngel, Englischlehrerin an einer von eintausendfünfhundert Schülern besuchten Privatschule im westtürkischen Izmir, hatte sich auf die Wetzlar-Reise mit einer türkischsprachigen Ausgabe von Goethes „Die Leiden des jungen Werther“ vorbereitet. Sichtlich erfreut stellten die Comenius-Lehrkräfte im Rahmen einer Altstadtführung im Lottehaus fest, dass Goethes Erfolgsroman aus dem Jahre 1774 in nahezu alle europäischen Sprachen übersetzt worden ist. Mit einem Eintrag ins Gästebuch äußerten sich die Comenius-Aktivisten optimistisch, dass „der Schiefe Turm von PISA“ durch europaweit vernetzte Anstrengungen „wieder aufgerichtet werden kann“. Eine geballte Ladung methodischer Raffinesse bei der Bearbeitung mathematischer Fragestellungen widerfuhr den Lehrkräften aus den 5 Partnerschulen während des Aufenthaltes im Gießener Mathematikum.
Bei einem Magistratsempfang im Palais Papius hieß Stadtrat Achim Beck die internationalen Gäste in Wetzlar herzlich willkommen. Beck lobte das Hessenkolleg für sein fortgesetztes Europa-Engagement und betonte den großen Stellenwert von Aus- und Weiterbildung in Zeiten rasanten technischen und gesellschaftlichen Wandels: „Durch die Automation sind einfache Tätigkeiten auf dem Arbeitsmarkt kaum nachgefragt. Die Schulen müssen – auch durch neue Lehr- und Lernmethoden – auf die veränderten Qualifikations-anforderungen in der Arbeitswelt vorbereiten.“ Schulleiterin Streubel-Piepkorn und ihr Stellvertreter Dr. Wöllert zogen beim Abschlusstreffen in der Badenburg (bei Lollar) ebenso wie die Delegationen der Partnerschulen eine positive Bilanz der gemeinsam gestalteten Konferenztage. Ein Folgetreffen wird es im Frühjahr 2006 in Izmir geben.

Klaus Petri

 

und im Palais Papius durch Herrn Stadtrat Beck

 

Beobachtung des Methodentrainings "Lerntechniken"
.... .....
Projektplanung und Erläuterung der Inhalte des Methodentrainings

Terminplan

Thursday, October 6th
afternoon
evening
Arrival of guests
Welcoming our guests
Friday, October 7th

09.00

Welcoming our guests at school

10.00 – 13.15 Visiting lessons

15.00

Project meeting

 

- presentation of schools and school systems
- introducing the project
- teachers’ training course
19.00 Dinner party at school
Saturday, October 8th
10.00 Guided sightseeing tour around Wetzlar
15.00-17.00 “Mathematicum” museum in Giessen
19.00 Dinner at “Alt Giessen” in Giessen
Sunday, October 9th

09.15 -
23.00

Day trip by train
- the river Lahn valley
- the river Rhine - Rüdesheim
- Frankfurt
Monday, October 10th
08.00-11.00 Visiting students’ training course:
Learning and teaching techniques I
14.00-15.30 Meeting for coffee
16.00 Project meeting
- experience with student-centred learning at our schools
- teachers’ training course
- e-learning experiences
Tuesday, October 11th
10.30 – 13.30 Visiting students’ training course:
Learning and teaching techniques II
16.00 Mayor of Wetzlar welcomes our guests at Palais Papius
17.00 Project meeting
- evaluation of training courses
- perspectives for transferring the projects to the other schools
- planning for 2006
Wednesday, October 12th
08.00 – 13.15 Classroom observation
16.00 Project meeting

- plans for next meeting

-evaluation

19.00 Medieval dinner at the “ Badenburg” , Gießen

Thursday, October 13th
08.00 – 13.15 Classroom observation
15.00 Sightseeing tour to Marburg

 

Besuch im Mathematikum Gießen

Abendstimmung in Frankfurt / Main

"Alt Gießen"

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