Hessenkolleg Wetzlar bildet Technische Netzwerkassistenten/-innen aus
Das Wetzlarer Hessenkolleg ist eine von bundesweit 10 Pilotschulen, die in enger Kooperation mit der Netzwerkkomponenten-Herstellerfirma Cisco Systems die Qualifikation zum „Technischen Netzwerkassistenten“ (TNA) vermitteln.
Außer an die Studierenden der Erwachsenenschule richtet sich dieses Angebot auch an Beschäftigte und Auszubildende aus Betrieben und Verwaltungen der Region. Das Hessenkolleg kooperiert hierbei mit der Industrie- und Handelskammer (IHK) Wetzlar-Dillenburg, die mit Infos an Berufsschulen und Hinweisen in ihrer Verbandszeitschrift auf die Fortbildungsmaßnahme aufmerksam macht.
Inzwischen gibt es eine erste Generation von ‚Externen’, die den 4-semestrigen Kurs (mit je 50 Semesterwochenstunden – jeweils Donnerstag nachmittags) absolviert haben. Die frei gewordenen Plätze können ab Anfang September von weiteren Interessierten eingenommen werden.
Detlef Haaske, Abteilungsleiter Berufsbildung bei der IHK Wetzlar, begrüßt es, dass „Leute aus der eigenen Mannschaft“ bei betrieblichen Netzwerkproblemen kompetent tätig werden können und wünscht sich eine Resonanz nicht nur bei technischen Berufsgruppen: „Auch die Auszubildenden in kaufmännischen Berufen können als Netzwerkassistenten ihr Qualifikationsprofil schärfen und so eine besondere Vertrauensstellung im Betrieb einnehmen.“
Der 20 Jahre alte David Sajfar aus Wetzlar hat vom Angebot des Hessenkollegs übers Internet erfahren. An der Werner v. Siemens-Schule hat er bereits das Fachabitur erworben und wird ab Oktober an der FH Gießen Mikroelektronik/Elektronik-Design studieren: „Für mich ist der Kurs zunächst eine sinnvolle Überbrückung der Zeitspanne zwischen Schule und Studium. Nach Aufnahme des Studiums setze ich das fort.“
Sein Altersgenosse Dennis Nowak aus Burgsolms besucht noch die Siemensschule und wurde von einem Lehrer auf das Angebot am Hessenkolleg aufmerksam gemacht.
Der 29-jährige Wolfgang Schober aus Waldgirmes ist seit einem Jahr selbstständig und verkauft Flachbildschirme übers Internet. Er hat von der Qualifizierungsmaßnahme über die WNZ erfahren und sieht in einer Tätigkeit als Netzwerkassistent eine mögliche berufliche Perspektive.
Alex Groh (33) aus Lahnau ist ausgebildeter Fernmeldeelektroniker und arbeitet bei einer großen Wetzlarer Firma. Diese unterstützt seine Weiterbildung durch Freistellung und Übernahme der Kursgebühren (500 Euro pro Semester für Berufstätige, für Azubis 125 Euro). Groh: „Ich komme gerade von der Arbeit. Das wohnortnahe Angebot kommt mir sehr entgegen und die im Kurs vermittelten Kompetenzen werden im Betrieb gebraucht.“
Stefan Baumgart und Gerd-Rainer Michalek sind als Lehrkräfte für die seit dem Jahr 2000 in den Informatik-Fachräumen des Kollegs stattfindende TNA-Ausbildung verantwortlich. Beide sind überzeugt davon, dass es in mittelständischen Betrieben einen anhaltenden Bedarf an „man-power“ für die Lösung informationstechnologischer Aufgaben gibt. Michalek: „Wir halten grundsätzlich am bewährten Ausbildungskonzept fest, so wird auch künftig mit deutschsprachigen Arbeitstexten begonnen und in einer späteren Phase auf Englisch umgestellt. Ab Sommer diesen Jahres gibt es eine technisch aktualisierte Version des Lehr- und Lernprogramms. In letzter Zeit gehäuft auftretende Computer-Viren und –‚Würmer’ verlangen nach gehobenen Standards bei der Netzwerksicherheit. Auch reagieren wir in der Ausbildung auf den Trend zu kabelloser, Funk gesteuerter Vernetzung."
Anmeldungen für Kurse nimmt das Sekretariat des Hessenkollegs in 35578 Wetzlar, Brühlsbachstraße 15 (Tel. 06441/47025) entgegen. |